Morbus Basedow

Morbus Basedow ist neben Hashimoto eine weitere Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper in der Schilddrüse zu finden sind, die deren gesunde Funktion beeinträchtigen.

Während bei der Hashimoto Thyreoiditis Antikörper dazu beitragen, dass sich die Schilddrüse im Laufe der Zeit verkleinert oder gesundes Schilddrüsengewebe in funktionsloses Bindegewebe umgewandelt wird, was zu einer Unterfunktion führt, findet man bei Morbus Basedow Antikörper, die die Schilddrüsenaktivität stimulieren und so zu einer Überfunktion führen.

Diese Antikörper heißen TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper). Laut neuester Forschung gibt es sowohl stimulierende als auch blockierende TRAK. Bei Morbus Basedow sind es die stimulierenden TRAK, die eine Rolle spielen.

Man kann sich das in etwa so vorstellen: In einer gesunden Schilddrüse nehmen die TSH-Rezeptoren das Hormon TSH in Empfang und lassen es seine Arbeit machen, nämlich die Stimulation der Schilddrüse, so dass diese bedarfsgerecht Hormone produzieren kann. Ist jedoch TRAK in erhöhtem Maße vorhanden, zerstören sie diese Rezeptoren, woraufhin die kein TSH mehr in Empfang nehmen können und es bleibt infolgedessen aus. (im Blutbild ist TSH sehr niedrig, unter 0,5 IU/L oder gar nicht nachweisbar). Stattdessen sind aber vermehrt die TRAK da, und deren stimulierende Energie ist weitaus höher als die des TSH, so dass es zu einer stark übertriebenen Aktivität der Schilddrüse kommt (fT4 erhöht), oft auch fT3).

Das zeigt sich in Symptomen wie stark erhöhtem Puls, feuchtwarmer Haut, vermehrtem Schwitzen, erhöhter Verdauungstätigkeit bis hin zu Durchfall, verstärktem Durstgefühl, erhöhtem Appetit bis hin zu Heißhunger, jedoch ohne Gewichtszunahme (eher Gewichtsabnahme), innerer Unruhe, Rastlosigkeit, Schlafstörungen, Zittern der Hände, Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen.

Wenn bei einem Menschen mit Schilddrüsen-Überfunktion kein erhöhter TRAK-Wert (> 2 IU/L, Grenzbereich 1 – 2 IU/L) nachweisbar ist, so handelt es sich dabei nicht um Morbus Basedow. Hier sind dann andere Gründe für die Überfunktion verantwortlich, z.B. ein sogenannter heißer Knoten oder eine Hashimoto-Erkrankung in einer Phase, in der gerade durch die Zerstörung von Schilddrüsengewebe in den Follikeln enthaltenes Hormon in den Blutkreislauf austritt und so zu Überfunktionssymptomen führt, ohne dass eine echte Überfunktion der Schilddrüse vorliegt.

Hin und wieder kommt es vor, dass die Diagnose Morbus Basedow gestellt wurde, es sich in Wirklichkeit aber um einen Hashimoto-Prozess handelt, bei dem gerade Schilddrüsengewebe aufgrund des Autoimmunprozesses zerfällt und das in den Schilddrüsenfollikeln enthaltene Hormon freigesetzt wird. Man spricht hier auch von einer Freisetzungshyperthyreose im Gegensatz zur Bildungshyperthyreose beim Morbus Basedow.

Bei Morbus Basedow kommt es häufiger zu einer spontanen Heilung. Bei Hashimoto ist dies seltener der Fall.

Schulmedizinisches Vorgehen bei Morbus Basedow

Ganzheitliche Therapie bei Morbus Basedow